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Jahrestagung 2017 Bericht

KRIBIBI-Jahrestagung 2017: Das österreichische Bibliothekswesen im Vergleich mit internationalen Best-Practice-Beispielen

Die Bibliothekssysteme der Welt sind sehr unterschiedlich gestaltet. Die KRIBIBI-Tagung am 4. Nov. 2017 versuchte herauszufinden, welche Systeme als Vorbild für das österreichische Bibliothekswesen gelten können. Gastland in diesem Jahr war Slowenien. Mag. Stanislav Bahor von der National– und Universitätsbibliothek Ljubljana erläuterte die Entstehungsgeschichte und die gegenwärtige Situation der Bibliotheken seines Landes.

Slowenien ist in der glücklichen Lage, ein Bibliothekengesetz zu besitzen, welches das ganze Bibliothekssystem regelt. Das erste Gesetz stammt aus dem Jahr 1961, die aktuelle Version von 2015. Das Bibliothekssystem besteht aus der National– und Universitätsbibliothek, den Schulbibliotheken, Spezialbibliotheken, Hochschulbibliotheken und Öffentlichen Bibliotheken. Genaue Informationen können auf der KRIBIBI-Webseite www.kribibi.at abgerufen werden.

Am Samstag-Nachmittag stand zunächst die Präsentation des wegweisenden Projekts der Zusammenführung von Stadtbücherei Wiener Neustadt und der dortigen Fachhochschulbibliothek im Zentrum. Marion Götz, die zukünftige Leiterin der gemeinsamen Bibliothek, erzählte wie das Projekt entstanden war, welche Ziele es verfolgt, wie der derzeitige Stand der Planungen ist und welche Angebote es künftig für die Bevölkerung von Wiener Neustadt und Umgebung als auch für die Studierenden am neuen Standort im Zentrum der Stadt geben wird. Der Plan sieht vor, dass es tatsächlich eine Bibliothek geben soll und nicht zwei unterschiedliche an einem Standort.

Anschließend analysierte Nikolaus Hamann anhand von weiteren 10 Ländern (Dänemark, Finnland, Litauen, Malta, Norwegen, Rumänien, Schweden, Südkorea, Trinidad & Tobago und Ungarn), was fortschrittliche Bibliothekssysteme für die jeweilige Bevölkerung bieten. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie auf der Basis eines einheitlichen Gesetzes geregelt sind. Selbstverständlich haben alle diese Länder, in denen Bibliotheken eine so viel größere Rolle spielen als in Österreich, auch einen Ethik-Kodex für Bibliothekar*innen. Auch dazu finden Sie nähere Informationen auf www.kribibi.at.

Außerhalb des Programms informierten Sabine Aigner und Helmut Alexander Schlatzer vom „Theater Baum/Schere – Bibliothek der Sinne“ über ihre Arbeit, die auf großes Interesse gestoßen ist. Für Bibliotheksevents der etwas anderen Art kann KRIBIBI die Protagonist*innen nur empfehlen. http://theater-baum-schere.st2.click/

Am Vorabend der Tagung fand die Gründungsversammlung des Vereins kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (KRIBIBI) statt (bisher waren wir ja ein Arbeitskreis). Die Vereinsgründung wurde notwendig, weil uns das Karl-Renner-Institut der SPÖ heuer die Unterstützung entzogen hatte. In den Vorstand gewählt wurden Nikolaus Hamann als Vorsitzender, Ulrike Retschitzegger und Regina Jank. Die Statuten und eine Beitrittserklärung finden sich ebenfalls auf unserer Webseite.

Nikolaus Hamann
Bibliothekar i.R.